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Aktionstag „Chronisch entzündliche Darmerkrankungen 2018“

Was sind die Therapieziele bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und wie können wir sie erreichen?

Eine Rückkehr zu einem normalen Leben – das ist es, was Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, hauptsächlich von ihrer Therapie erwarten. Ärzte berücksichtigen in der Beurteilung des Therapieerfolges oft zusätzlich andere medizinische Parameter, wie z.B. den endoskopischen Schleimhautbefund. Eine möglichst komplette Abheilung der Schleimhaut ist ein Indiz für einen günstigen Verlauf mit langer Ruhephase der Erkrankung.

Welche Therapieziele am wichtigsten sind und wie sie erreicht werden können, sind die zentralen Themen des diesjährigen Aktionstages „Chronisch entzündliche Darmerkrankungen“ der Gastro-Liga. Er findet anlässlich des „World Inflammatory Bowel Disease Day“ am 19. Mai 2018 statt. Die Gastro-Liga bietet rund um dieses Datum bundesweit Informationsveranstaltungen und telefonische Expertenhotlines an. Dabei informiert die gemeinnützige Organisation auch über aktuelle wissenschaftliche Fortschritte bei der Therapie von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.


Hauptziele der Therapie: Beschwerdefreiheit und Vorbeugung

Weltweit leiden mehr als fünf Millionen Menschen an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Beide Erkrankungen zeichnen sich durch wiederkehrende Entzündungen im Magen-Darm-Bereich aus. In der Regel wechseln sich aktive Phasen der Erkrankung mit inaktiven beschwerdefreien oder beschwerdearmen Phasen ab. Die beiden hauptsächlichen Ziele einer Therapie dieser Erkrankungen sind sowohl kurzfristiger als auch langfristiger Natur:

  1. Aktuelle Beschwerden lindern: Bei einem akuten Entzündungsschub können Betroffene unter sehr belastenden Beschwerden leiden. Dazu gehören zum Beispiel schleimige und blutige Durchfälle, starke krampfartige Bauchschmerzen, körperliche Erschöpfung, Fieber und Appetitlosigkeit. In dieser Situation gilt es in erster Linie, Maßnahmen zur Linderung dieser Beschwerden zu ergreifen.
  2. Zukünftigen Entzündungen vorbeugen: Langfristig können die wiederkehrenden Entzündungen zu Veränderungen der Struktur des Darmes und zu einer Beeinträchtigung der Funktion des Verdauungsapparates führen. Deshalb nehmen Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen auch in beschwerdefreien Phasen oft Medikamente ein. Diese sollen die Häufigkeit und die Stärke von Entzündungsschüben minimieren. So lässt sich im Idealfall das Risiko für Komplikationen chronisch entzündlicher Darmerkrankungen verringern und langfristig die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.

Was wünschen sich Patienten?

Die Wünsche von Menschen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa betreffen oft das tägliche Leben. Denn dieses kann durch die Erkrankung stark beeinträchtigt sein. Wer unter den Schmerzen und Verdauungsbeschwerden leidet, wünscht sich vor allem eine schnelle Wirkung der Therapie. Außerdem möchten Betroffene ein normales Leben führen, arbeitsfähig sein und beschwerdefrei Zeit mit der Familie verbringen. Dazu gehört auch eine anhaltende Besserung mit möglichst wenigen Rückfällen, Komplikationen oder Therapienebenwirkungen.

Ärzte verfolgen im Grunde die gleichen Ziele wie ihre Patienten. Ihnen sind jedoch weitere medizinische Parameter wichtig, die ein langfristiges Wohlbefinden ihrer Patienten gewährleisten sollen. Eines dieser Ziele ist die Heilung der Darmschleimhaut (Mukosaheilung). Denn eine abgeheilte Darmschleimhaut geht mit einem besseren Krankheitsverlauf bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa einher.

Gleichzeitig versuchen Ärzte, die Anwendung von steroidhaltigen Arzneimitteln, wie Cortison, zu begrenzen. Steroide sind zwar wichtige Medikamente zur Akutherapie chronisch entzündlicher Darmerkrankungen. Diese sollten aber nur über einen vergleichsweise kurzen Zeitraum eingenommen werden, um mögliche Nebenwirkungen der Therapie zu vermeiden. Ärzte streben daher langfristig in der Regel eine wirkungsvolle steroidfreie Therapie an.

Um diese Ziele zu erreichen, sollten Ärzte und Betroffene gut und offen miteinander kommunizieren. So können sie gemeinsam realistische Ziele für die Zukunft festlegen und sich auf eine Therapie einigen, die die individuellen Bedürfnisse der Patienten berücksichtigt.


Wie können die Therapieziele erreicht werden?

Die therapeutischen Möglichkeiten zur Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen wurden in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt. Gerade Betroffene, für die bislang keine ausreichend wirksame Therapie gefunden wurde, können so neue Hoffnung schöpfen.

Mittlerweile gibt es verschiedene sogenannte Antikörperarzneimittel, die in der Lage sind, die Entzündung im Magen-Darm-Trakt wirkungsvoll zu unterdrücken. Sie kommen meist bei schwerwiegenderen Fällen oder bei Patienten, bei denen andere Medikamente nicht wirken, zum Einsatz.

Trotz vielversprechender moderner Therapievarianten behalten aber auch die bewährten älteren Behandlungsmöglichkeiten weiterhin einen hohen Stellenwert bei der Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen. Dabei handelt es sich oft um Medikamente, die die als sogenannte Immunsuppresiva die gesteigerte Aktivität des Immunsystems bremsen und so Entzündungen vorbeugen können.

Welche Therapie zu welchem Zeitpunkt eingesetzt wird, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Bei Menschen mit bestimmten Risikofaktoren kann es zum Beispiel sinnvoll sein, die Therapie frühzeitig zu verstärken, um einem negativen Verlauf der Erkrankung zuvorzukommen. Das kann sich entweder in einer Erhöhung der Arzneimitteldosis oder in einem Wechsel auf andere Medikamente äußern. Zu den Risikofaktoren für einen ungünstigen Verlauf gehören zum Beispiel ein früher Krankheitsbeginn (im Jugendalter), eine Entzündung besonders großer Bereiche des Magen-Darm-Traktes oder Beschwerden, die eine frühe Behandlung mit Steroiden erfordern.


Aktionstag "Chronisch entzündliche Darmerkrankungen 2018"

Alle Interessenten können sich rund um den Aktionstag „Chronisch entzündliche Darmerkrankungen“ am 19. Mai 2018 über Morbus Crohn und Colitis ulcerosa und deren Behandlung informieren. Die von der Gastro-Liga organisierten bundesweit stattfindenden Veranstaltungen finden im Rahmen des „World Inflammatory Bowel Disease Days“ statt und stehen unter dem Motto „Morbus Crohn und Colitis ulcerosa: Was sind die Ziele der Therapie und wie können wir sie erreichen?“ Betroffenen und Angehörigen steht nicht nur ein breites Informationsangebot zur Verfügung, sie haben auch die Möglichkeit, sich hier mit anderen Betroffenen auszutauschen und ihre Erfahrungen zu teilen.

Eine Übersicht mit Informationen zu sämtlichen Veranstaltugen finden Sie hier.

Darüber hinaus richtet die Gastro-Liga rund um den Aktionstag telefonische Expertenhotlines für Betroffene und Angehörige ein. Hier können sich Anrufer bei medizinischen Fachleuten auf dem Gebiet der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen informieren.

Eine Liste der Termine der Expertenhotlines und der Telefonnummern erhalten Sie hier.

Weitere Informationen zu Morbus Crohn und Colitis ulcerosa finden Sie auch in unseren Broschüren für Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen:

Mit freundlicher Unterstützung von

  • AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG, Wiesbaden
  • Janssen-Cilag GmbH, Neuss
  • Takeda Pharma Vertrieb GmbH & Co. KG, Berlin
  • Dr. Falk Pharma GmbH, Freiburg i. Br.
  • Vifor Pharma Deutschland GmbH, München

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