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Magen-Darm-Tag 2020

Wenn in der Speiseröhre nichts mehr geht:
Schluckstörungen und Sodbrennen

Beim Schlucken werden Flüssigkeit, Nahrung und Speichel vom Mund durch die Speiseröhre in den Magen transportiert. Dieser Vorgang ist für die meisten Menschen alltäglich. Selbstverständlich ist er aber nicht immer. Bis zu 35 Prozent der über 65-Jährigen sind von Schluckstörungen betroffen. Speisen und Getränke nicht mehr schlucken zu können, ist dabei nicht nur eine gesundheitliche Bedrohung, sondern schränkt auch empfindlich die Genussfreude und die Lebensqualität ein. Schluckstörungen und Sodbrennen können sehr unterschiedliche Ursachen haben und erfordern stets eine umgehende ärztliche Abklärung.

Im Rahmen des Magen-Darm-Tages 2020 am 7. November, informiert die Gastro-Liga e. V. mit bundesweiten Veranstaltungen, in Webinaren sowie Telefonhotlines die breite Öffentlichkeit über diese häufig vorkommende Leiden, damit Betroffene Warnzeichen frühzeitig beachten und so rechtzeitig behandelt werden können.


Schlucken – nicht immer selbstverständlich

Das Schlucken besteht aus einer Abfolge von vielen fein aufeinander abgestimmten Schritten. Eine große Zahl von Strukturen und Organen – von der Mundhöhle bis hin zum Magen – sind daran beteiligt. Nur den ersten Schritt des Schluckaktes leiten wir bewusst ein, indem wir die Nahrung mit der Zunge in den Rachen schieben. Die weiteren Schritte laufen unwillkürlich ab. Dabei gilt es zu verhindern, dass die Nahrung versehentlich in die Luftröhre gelangt. Das sogenannte Gaumensegel, die Rachenmuskulatur und der Schließmuskel am oberen Ende der Speiseröhre arbeiten hierbei eng zusammen und befördern die Nahrung in die Speiseröhre hinein. Dann transportieren wellenartige Muskelbewegungen zusätzlich zur Schwerkraft die Nahrung in Richtung Magen. Am Mageneingang befindet sich ebenfalls ein Schließmuskel, der die Nahrung in den Magen einlässt und – ganz wichtig – im Normalfall nicht wieder hinauslassen sollte.


Wie entstehen Schluckstörungen?

Zahlreiche Erkrankungen können die verschiedenen Phasen des Schluckvorgangs beeinträchtigen und so zu Schluckstörungen führen. Manche Betroffene berichten zum Beispiel von einer „Einschluckstörung“. Dabei ist der erste Schritt – die Beförderung der Nahrung vom Mund- in den Rachenbereich – erschwert. Andere wiederum haben das Gefühl, dass das Essen im Hals stecken bleibt. Ursächlich kann hier eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen sein, zum Beispiel bedingt durch eine gestörte Nerven- oder Muskelfunktion. Die Parkinson-Krankheit oder eine Schädigung des Gehirns nach einem Schlaganfall sind nur zwei Beispiele. Auch Sodbrennen kann das Risiko für eine Schluckstörung erhöhen. Der saure Magensaft kann in der Speiseröhre zu Entzündungen führen, die wiederum den Schluckprozess beeinträchtigen können.

Ältere Personen sind insgesamt häufiger von Schluckstörungen betroffen, da mit zunehmendem Alter die Muskelkraft im Bereich von Mundhöhle und Rachen abnimmt. Während bei den 30- bis 50-Jährigen nur etwa 1,6 bis 15 Prozent unter Schluckstörungen leiden, sind bei den über 65-Jährigen mit 13 bis 35 Prozent deutlich mehr Personen davon betroffen.


Wie werden Schluckstörungen diagnostiziert?

Beim Auffinden der Ursache von Schluckstörungen arbeiten die Ärzte aus den verschiedenen Fachbereichen oftmals eng zusammen. Am Anfang steht häufig eine Speiseröhren- und Magenspiegelung durch einen Internisten oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Mit dieser Methode können Entzündungen und andere Veränderungen der Speiseröhre erkannt werden. Auch Ultraschalluntersuchungen, Röntgenaufnahmen und Druckmessungen im Bereich der Speiseröhre können der Aufklärung dienen. Unter Umständen können auch Untersuchungen des Kiefergelenks und des Zahnstatus durch den Zahnarzt notwendig werden.


Vorsorge und Therapie von Schluckstörungen

Die Therapie von Schluckstörungen richtet sich nach der Ursache der Beschwerden. Ein Beispiel ist hier die Entfernung von Tumoren im Rachenraum oder der Speiseröhre. Ist dagegen durch den Rückfluss von Magensäure eine Entzündung im Bereich der Speiseröhre entstanden, so sollte diese behandelt werden. Am häufigsten kommen hier die sogenannten Protonenpumpeninhibitoren zum Einsatz, welche die Magensäureproduktion effektiv reduzieren.

Ist keine direkte organische Ursache der Schluckstörung bekannt, können in vielen Fällen schlucktherapeutische Übungen helfen, die die Betroffenen mit speziell geschulten Therapeuten trainieren.


Der Magen-Darm-Tag 2020

Am 7. November richtet die Gastro-Liga e. V. den Magen-Darm-Tag 2020 aus. Im Zentrum steht dabei das Ziel, der Bevölkerung fundierte und allgemein verständliche Informationen rund um das Thema Schluckstörungen und die zugrundeliegenden Erkrankungen, wie zum Beispiel Sodbrennen, zu vermitteln. Die Inhalte reichen von der Beschreibung des komplexen Schluckvorganges über das diagnostische Vorgehen beim Auftreten von Schluckstörungen bis hin zur Aufklärung über die therapeutischen Optionen bei ausgewählten Krankheitsbildern.

In Informationsveranstaltungen und Webinaren zum Thema Schluckstörungen und Sodbrennen können Betroffene, Angehörige und Interessierte bei Vorträgen und anhand ausführlichen Informationsmaterials mehr über die Erkrankungen und ihre Therapie erfahren.

Der Besuch der Veranstaltungen und der Webinare ist kostenfrei.

Im Zentrum der Veranstaltungen stehen folgende Themenkomplexe:

  1. Informationen zum Schluckakt und der Entstehung von Schluckstörungen

  2. Diagnostisches Vorgehen bei Schluckstörungen

  3. Schluckstörungen und ausgewählte Erkrankungen

  4. Therapeutische Optionen bei Erkrankungen, die mit Schluckstörungen einhergehen

Ergänzend zu den Veranstaltungen werden an vielen Orten telefonische Hotlines angeboten, über die medizinische Experten auf dem Gebiet der Schluckstörungen und des Sodbrennens zu den verschiedenen Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten befragt werden können.

Hier finden Sie alle Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen und zu den telefonischen Hotlines.


Ratgeber Sodbrennen und Schluckstörungen

Viele Informationen zu Sodbrennen und Schluckstörungen finden Sie auch in den
Ratgebern für Patienten, die in Zusammenarbeit mit Fachärzten von der Gastro-Liga herausgegeben werden:

Patientenratgeber Sodbrennen
Patientenratgeber Schluckstörungen

Magen-Darm-Tag 2020

mit freundlicher Unterstützung von:

Reckitt Benckiser Deutschland GmbH, Heidelberg
Dr. Falk Pharma GmbH, Freiburg i. Br.
medocs GmbH Medical Data & Software Services, Siegen

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