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Magen-Darm-Tag 2015

Die Bauchspeicheldrüse – das Organ im Mittelpunkt

Die Bauchspeicheldrüse sitzt nicht nur mitten im Körper, sie spielt auch eine zentrale Rolle im menschlichen Stoffwechsel und der Verdauung. Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse können bei Betroffenen deshalb schwerwiegende Beschwerden auslösen. So kann eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse etwa mit starken Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen einhergehen. Eine besonders schwere Erkrankung ist der Bauchspeicheldrüsenkrebs. Denn oft macht sich diese Erkrankung erst in einem Stadium bemerkbar, in dem die Heilungschancen nur noch gering sind. 

Im Rahmen des Magen-Darm-Tages 2015 informiert die Gastro-Liga am 07. November 2015 mit bundesweit stattfindenden Veranstaltungen und Telefon-Hotlines über die Funktionen der Bauchspeicheldrüse und die Behandlung der verschiedenen Bauchspeicheldrüsenerkrankungen. 

Informationen zu den einzelnen Veranstaltungsorten finden Sie hier.

Wie funktioniert die Bauchspeicheldrüse?

Die Bauchspeicheldrüse (auch Pankreas genannt) sitzt zwischen Magen und Zwölffingerdarm mitten in unserem Körper. Ihre Hauptaufgaben können in zwei Bereiche unterteilt werden:

  1. Der sogenannte exokrine Teil der Bauchspeicheldrüse ist für die Verdauung notwendig. Die Bauchspeicheldrüse produziert täglich etwa 1,5 Liter Pankreassekret und gibt es in den Verdauungstrakt ab. Das Sekret enthält zahlreiche Enzyme, die zur Aufspaltung von Nährstoffen wie Eiweiß, Zucker und Fett benötigt werden. Erst dadurch kann der menschliche Körper die aufgenommenen Nährstoffe verwerten.

  2. Der sogenannte endokrine Teil der Bauchspeicheldrüse spielt eine wichtige Rolle für unseren Blutzuckerhaushalt. So produziert die Bauchspeicheldrüse unter anderem die Hormone Insulin und Glukagon und gibt diese ins Blut ab. Durch das Zusammenspiel dieser beiden Hormone kann der Körper den Blutzuckerspiegel je nach Bedarf senken oder erhöhen.

Weitere Informationen zu den Aufgaben der Bauchspeicheldrüse finden Sie in unserem Ratgeber für Patienten „Die Funktion der Bauchspeicheldrüse“

Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Die Entzündung der Bauchspeicheldrüse wird in der Fachsprache als Pankreatitis bezeichnet. Sie kann entweder akut (als einmalige, plötzlich auftretende Erkrankung) oder chronisch (mit periodisch wiederkehrenden oder dauerhaften Beschwerden) vorkommen. 

Die akute Bauchspeicheldrüsenentzündung ist eine ernstzunehmende Erkrankung, bei der körpereigene Substanzen das Organ angreifen. Bei gesunden Menschen werden die Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse erst an ihrem Zielort im Magen-Darm-Trakt aktiv. Eine Entzündung kann entstehen, wenn die Enzyme bereits in der Bauchspeicheldrüse selbst aktiv werden. Denn in diesem Fall beginnt die Bauchspeicheldrüse, sich selbst zu verdauen: Das angegriffene Gewebe stirbt ab.

Mögliche Beschwerden, die typischerweise im Rahmen einer akuten Pankreatitis auftreten, sind:

  • Starke Schmerzen im Oberbauch, oft gürtelförmig um den Körper ausstrahlend
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Blähungen
  • Fieber
  • Gelbfärbung der Haut (Gelbsucht)

Die Ursache einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung ist in den meisten Fällen eine Erkrankung der Gallenwege (z. B. Gallensteine), die den normalen Fluss des Pankreassekrets blockiert. Aber auch ein häufiger übermäßiger Genuss alkoholischer Getränke kann eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse auslösen. 

Die akute Pankreatitis ist eine lebensbedrohliche Erkrankung. Deshalb muss rasch eine Behandlung im Krankenhaus erfolgen, um schwerwiegende Verläufe zu verhindern. 

Die chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung ist durch immer wiederkehrende oder auch dauerhaft anhaltende Beschwerden gekennzeichnet. Die Symptome ähneln dabei den Krankheitsmerkmalen der akuten Pankreatitis.

In etwa 70–80 % der Fälle ist ein übermäßiger Alkoholgenuss über mehrere Jahre hinweg die Ursache für die Entstehung einer chronischen Pankreatitis. Oft kann allerdings kein eindeutiger Auslöser gefunden werden. Es wird vermutet, dass auch eine erbliche Veranlagung bei der Entwicklung einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung eine Rolle spielt.

Das vorwiegende Merkmal der Erkrankung sind starke Schmerzen im Oberbauch. Mit der Zeit führt die chronische Erkrankung zu einer immer stärker zunehmenden Zerstörung der Bauchspeicheldrüse. Da somit die Funktionen des Organs bei der Verdauung und der Blutzuckerregulation beeinträchtigt werden, kann es im Laufe einer chronischen Pankreatitis auch zu einem krankhaften Gewichtsverlust oder zur Entwicklung der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) kommen. 

Für die Therapie einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung ist eine absolute Alkoholabstinenz zwingend erforderlich. Ein zentraler Punkt der Behandlung ist die Linderung der Schmerzen. Mögliche Verdauungsbeschwerden können oft mit der Einnahme von Pankreasenzymen behandelt werden. 

Weitere Informationen zur Pankreatitis und anderen Erkrankungen finden Sie in unserem Patientenratgeber „Die Bauchspeicheldrüse und ihre Erkrankungen“.

Bauchspeicheldrüsenkrebs

In Deutschland erkranken jährlich etwa 16.000 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Erkrankung tritt in der Mehrzahl der Fälle erst nach dem 60. Lebensjahr auf. Genaue Ursachen für die Entstehung des Bauchspeicheldrüsenkrebses sind bislang nicht bekannt. Risikofaktoren sind jedoch Rauchen, häufiger Alkoholgenuss, fettreiche Ernährung und eine vorhergehende chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung. Es gibt neben dem typischen Bauchspeicheldrüsenkrebs auch Tumoren in der Bauchspeicheldrüse, die von neuroendorkinen Zellen ausgehen sowie zystische Tumoren.

In frühen Krankheitsstadien kann Bauchspeicheldrüsenkrebs durch einen operativen Eingriff geheilt werden. Allerdings treten die typischen Beschwerden der Erkrankung oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium auf. Deshalb erfolgt die Diagnose nur in etwa 20 % der Fälle rechtzeitig. 

Umso wichtiger ist es, mögliche Anzeichen eines Bauchspeicheldrüsenkrebses ernst zu nehmen und durch einen Arzt abklären zu lassen. Dazu gehören vor allem:

  • Schmerzen im Oberbauch, aber auch Rückenschmerzen
  • Gelbfärbung der Haut (Gelbsucht)
  • Gewichtsabnahme

Da die Krankheitsmerkmale den Symptomen einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung ähneln, muss der behandelnde Arzt genau untersuchen, auf welche Erkrankung die Beschwerden zurückzuführen sind. 

Erfahren Sie mehr zum Magen-Darm-Tag 2015

Möchten Sie mehr über die Bauchspeicheldrüse und ihre Erkrankungen erfahren? 

Die Gastro-Liga veranstaltet am 07. November bundesweit stattfindende Informationsveranstaltungen zum Thema Bauchspeicheldrüse. Betroffene, Angehörige und Interessierte können bei Vorträgen und anhand ausführlichen Informationsmaterials mehr über die Funktionsweise und die Erkrankungen des Organs lernen. 

Im Zentrum der Veranstaltungen stehen dabei vier Themenkomplexe:

  1. Wie funktioniert die Bauchspeicheldrüse?
  2. Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung – zwischen Genetik, Alkohol und Immunsystem
  3. Ich habe Zysten in der Bauchspeicheldrüse, mir geht´s aber gut – was soll ich tun?
  4. Bauchspeicheldrüsenkrebs – gibt es Hoffnung?

Parallel zu den Veranstaltungen werden an vielen Orten telefonische Hotlines angeboten, über die medizinische Experten auf dem Gebiet der Bauchspeicheldrüse zu den verschiedenen Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten befragt werden können. 

Alle Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen und telefonischen Hotlines finden Sie hier.

Mit freundlicher Unterstützung von

  • Celgene GmbH, München
  • Dr. Falk Pharma GmbH, Freiburg i. Br.
  • Mylan Healthcare GmbH, Hannover
  • Novartis Pharma GmbH, Nürnberg

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