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Magen-Darm-Tag 2017

Verdauung und Stoffwechsel im Alter – was Sie wissen sollten!

Gute Nachrichten für ältere Menschen mit Darmbeschwerden: Verbesserte Diagnose- und Therapieverfahren ermöglichen heute auch im Alter eine gute medizinische Betreuung. Eine Darmspiegelung eignet sich zum Beispiel, um Darmerkrankungen schonend und sicher zu untersuchen und zu behandeln.

Auch die medikamentöse Versorgung älterer Menschen macht immer weitere Fortschritte. Beim Magen-Darm-Tag 2017 erfahren Sie unter anderem, welche Besonderheiten Sie bei der Einnahme von Medikamenten im Alter beachten sollten. Unsere Experten informieren Sie hier außerdem, wie Sie Anzeichen einer Mangelernährung rechtzeitig erkennen.

Im Rahmen des Magen-Darm-Tages 2017 informiert die Gastro-Liga am 4. November mit bundesweit stattfindenden Veranstaltungen und Telefonhotlines über die Besonderheiten von Verdauung und Stoffwechsel im Alter.

Teilnehmen lohnt sich! Alle Informationen zu den verschiedenen Veranstaltungen finden Sie hier.


Viele Medikamente im Alter – eher die Regel als die Ausnahme

Sie sind älter als 70 Jahre und nehmen regelmäßig verschiedene Medikamente ein? Dann sind Sie nicht allein. Tatsächlich sind die meisten Menschen in der Altersgruppe der über 70-Jährigen auf die dauerhafte Einnahme mehrerer rezeptpflichtiger Wirkstoffe angewiesen.

Was viele nicht wissen: Bei regelmäßiger Einnahme verschiedener Wirkstoffe kann das Risiko von Neben- oder Wechselwirkungen erhöht sein. Dazu zählen zum Beispiel

  • eine verstärkte oder verminderte Wirkung,
  • eine zeitlich verkürzte oder verlängerte Wirkung und
  • ein beschleunigter oder verlangsamter Wirkeintritt.

Beim diesjährigen Magen-Darm-Tag am 4. November können Sie sich auf verschiedenen bundesweiten Veranstaltungen über die Besonderheiten einer medikamentösen Behandlung im Alter informieren.

Darmbeschwerden sind im Alter häufig

Jeden Tag erledigt unser Darm zuverlässig seine Arbeit. In der Regel merken wir gar nichts davon. Erst wenn Darmfunktionen gestört sind, wird uns bewusst, welche Bedeutung eine normale Verdauung haben kann.

Tabuthema Stuhlinkontinenz

Manche Menschen können den Darminhalt nicht mehr willentlich zurückhalten. Der Arzt spricht dann von einer Stuhlinkontinenz – ein Thema, das in der Gesellschaft mit einem Tabu belegt ist. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an einer Stuhlinkontinenz zu leiden. Viele verschweigen die Krankheit aus Scham, obwohl sie im Alltag eine große Belastung darstellt.

Schätzungen zufolge leiden aber allein in Deutschland vier bis sechs Millionen Menschen an einer solchen Inkontinenz. Betroffene sind damit bei weitem kein Einzelfall.
Auch wenn es vielen Betroffenen verständlicherweise nicht leichtfällt, sich einem Arzt anzuvertrauen – die Überwindung zahlt sich aus. Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten, die die Lebensqualität von Menschen mit Stuhlinkontinenz deutlich verbessern können!

Die Festigkeit des Stuhls lässt sich zum Beispiel durch eine Umstellung der Ernährung oder durch Nahrungsergänzungsmittel optimieren. Auch ein gezieltes Training der Beckenbodenmuskulatur oder eine elektrische Stimulation der Nerven, die dieses Gewebe versorgen, kann die Beschwerden lindern. In einigen Fällen kann auch eine operative Behandlung sinnvoll sein.

Eine mögliche Ursache für eine Stuhlinkontinenz ist eine vorausgehende Verstopfung.

Volkskrankheit Verstopfung

Im Alter kann die Beweglichkeit (Motilität) der Darmmuskulatur eingeschränkt sein. Als Folge leiden etwa 20 bis 30 Prozent der über 60-Jährigen in Deutschland an Verstopfung (Obstipation). Dauern die Verstopfungsbeschwerden über längere Zeit an, sollte man einen Arzt aufsuchen. Denn manchmal können auch ernstzunehmende Grunderkrankungen eine Verstopfung auslösen. In diesen Fällen ist es besonders wichtig, die Ursache der Verstopfung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Wenn Sie mehr über die Ursachen, Diagnostik und Behandlung einer Verstopfung oder Stuhlinkontinenz erfahren möchten, können Sie auch unsere Patientenratgeber zu Rate ziehen:

Ältere Menschen sind oft mangelernährt

Etwa jeder zehnte Mensch, der auch im höheren Alter noch zu Hause lebt, ist stark untergewichtig. Dauerhaft pflegebedürftige Menschen leiden sogar noch häufiger an einer Unter- oder Mangelernährung – nach Angaben der deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen e. V. (DGVS) mehr als die Hälfte aller Bewohner von Pflegeeinrichtungen. Nicht selten sind bei älteren Menschen ein verringertes Durst- und Appetitgefühl, Schluckbeschwerden oder eine reduzierte Nährstoffaufnahme über den Darm Ursachen für eine Unter- oder Mangelernährung.

Unser Patientenratgeber „Gesunde Ernährung“ erklärt, wie Sie Ihren Körper auch im Alter optimal mit Nährstoffen versorgen. Beim diesjährigen Magen-Darm-Tag können Sie sich zudem über die Ursachen einer Mangelernährung im Alter informieren und erfahren, wie betroffene Menschen ernährungsmedizinisch betreut werden können.

Möglichkeiten und Grenzen der Darmdiagnostik bei älteren Menschen

Häufig liegt die Ursache für eine Erkrankung des Verdauungssystems im Inneren des Körpers verborgen. Die moderne Medizin bietet aber Diagnostikmethoden, die im wahrsten Sinne des Wortes „Licht ins Dunkel“ bringen.

Eine Möglichkeit, in das Innere des Körpers zu blicken, bietet die Spiegelung innerer Hohlräume (Endoskopie) wie Magen oder Darm. Bei einer Endoskopie führt der Arzt einen dünnen Schlauch (das Endoskop) über eine Körperöffnung ein und schiebt ihn vorsichtig weiter vor. Endoskope sind mit einer Lichtquelle und einer Kamera ausgestattet und ermöglichen eine schonende Untersuchung – und manchmal auch Behandlung – der inneren Organe.

Heute profitieren auch ältere Menschen von einer Endoskopie

Unter Berücksichtigung von altersbedingten Risikofaktoren ist die Endoskopie heute auch bei älteren Menschen eine sichere Methode. Um die Untersuchung angenehmer und sicherer zu machen, erhält der Patient im Vorfeld oft ein Beruhigungsmittel (Sedativum). Bei älteren Menschen genügt meist eine geringere Dosis, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. In Einzelfällen kann die Endoskopie in Absprache mit dem Patienten auch ohne den Einsatz von Beruhigungsmitteln erfolgen.

Der immense Nutzen der Endoskopie überwiegt also auch bei älteren Menschen die in der Regel geringen Risiken.

Erfahren Sie mehr am Magen-Darm-Tag 2017

Möchten Sie mehr über den Themenbereich „Verdauung und Stoffwechsel im Alter“ erfahren?

Die Gastro-Liga richtet am 4. November 2017 bundesweit stattfindende Informationsveranstaltungen aus. Hier können Betroffene, Angehörige und Interessierte bei Vorträgen und anhand ausführlichen Informationsmaterials mehr über das Thema erfahren.

Im Zentrum der Veranstaltungen stehen dabei vier Themenkomplexe:

  1. Medikamente im Alter: Interaktion, Wechselwirkung und Dosierung
  2. Beweglichkeitsstörungen des Darms – von der Verstopfung bis zur Inkontinenz
  3. Ernährungsmedizin im Alter
  4. Endoskopie bei Älteren: Möglichkeiten und Grenzen

Parallel zu den Veranstaltungen werden an vielen Orten telefonische Hotlines angeboten, über die medizinische Experten zu Erkrankungsbildern und deren Therapiemöglichkeiten befragt werden können.

Alle Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen und telefonischen Hotlines finden Sie hier.

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