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Wie entstehen Blähungen?

Die Gasbildung im Darm kommt durch die Vergärung unverdauter Nahrungsbestandteile, insbesondere unverdauter Kohlenhydrate, durch die Darmbakterien zustande. Die Darmbakterien sind im Dickdarm konzentriert. Normalerweise wird die Nahrung im Mund zerkleinert, im Magen vorverdaut und im Dünndarm weiter aufgeschlossen und resorbiert. Allerdings sind nicht alle Nahrungsbestandteile verdaubar. Zu den unverdaubaren Bestandteilen zählen die sogenannten Ballaststoffe. Durch unverdaubare Nahrung, die in den Dickdarm gelangt, entstehen bei normalen Ernährungsgewohnheiten pro Tag ca. 10 Liter gasförmige Stoffe. Diese werden zu ca. 90 Prozent wieder resorbiert und über die Lunge abgeatmet; ca. 10 Prozent werden über den After abgegeben, so dass ein mäßiger Gasabgang normal ist. Eine ballaststoffreiche Ernährung erhöht normalerweise die Gasbildung. Auch der Verzehr großer Mengen Fruchtzucker oder Sorbit, für die der Körper eine Aufnahmeobergrenze besitzt, kann zu Blähungen führen. Erkrankungen, bei denen die normale Verdauung gestört ist, führen ebenfalls zu vermehrten Blähungen. Dazu zählen z. B. die Milchzuckerunverträglichkeit, bei der das Milchzucker spaltende Enzym in der Dünndarmschleimhaut nicht ausreichend aktiv ist, die chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung, bei der mehrere Verdauungsenzyme fehlen oder verschiedene Dünndarmerkrankungen, bei denen die Aufnahme der Nährstoffe durch die Schleimhaut gestört ist.

Kategorie: Darm
Mein Stuhlgang ist selten normal. Meist ist er ungeformt, breiig bis wässrig. Was hat das zu bedeuten?

Im Allgemeinen wird ein ungeformter oder wässriger Stuhl als Durchfall bezeichnet. Medizinisch gesehen spricht man von einem echten Durchfall, wenn mehr als drei Stuhlentleerungen pro Tag erfolgen, der Stuhl breiig bis flüssig, das heißt zu wasserhaltig ist und das Stuhlvolumen mehr als 250 ml pro Tag beträgt. Zu diesem echten Durchfall können zahlreiche Erkrankungen führen, die der Arzt weiter abklären muss.

Häufiger als der echte Durchfall ist der sogenannte funktionelle Durchfall im Rahmen eines Reizdarmsyndroms. Auch hier finden sich mehr als drei Stuhlentleerungen pro Tag, die Stuhlbeschaffenheit ist jedoch wechselnd und die Stuhlmenge ist normal.

Auch Personen mit Kontinenzproblemen haben eine erhöhte Stuhlgangfrequenz, meist handelt es sich jedoch um Stuhlschmieren, da der Stuhlgang nicht richtig zurückgehalten werden kann. Das Stuhlvolumen ist in dem Fall ebenfalls normal. Der Inkontinenz liegen meist Defekte des Afterschließmuskels zugrunde. Dieses Problem tritt häufiger bei älteren Damen auf, insbesondere wenn es im Rahmen von Geburten zu einer Schädigung des Schließmuskels gekommen war.

Die Aufzählung zeigt, dass Durchfall sehr viele Ursachen haben kann, deren Abklärung eine ärztliche Untersuchung erfordert.

Kategorie: Darm
Ich leide unter andauernder Verstopfung. Was kann ich dagegen tun?

Die Bandbreite dessen, was man als normale Verdauung bezeichnet, ist groß. Sie reicht von drei Stuhlentleerungen pro Tag bis zu drei Stuhlentleerungen pro Woche. Seltener Stuhlgang und harter Stuhl, der nur mit Anstrengung entleert werden kann, wird im Allgemeinen als Verstopfung (Obstipation) bezeichnet. Am häufigsten liegt der Verstopfung eine träge Darmaktivität zugrunde, in manchen Fällen jedoch auch eine Entleerungsstörung im Bereich des Enddarms. Diese Differentialdiagnose kann durch den Arzt geklärt werden.

Das Prinzip der Obstipationsbehandlung besteht darin, das Stuhlvolumen zu vergrößern und die Stuhlkonsistenz zu verringern, das heißt, den Stuhl weicher zu machen, sowie die Darmtätigkeit anzuregen. Dafür eignen sich einerseits Ballaststoffe, die in natürlichen Lebensmitteln vorhanden sind, zum Beispiel Leinsamen, Kleie sowie medizinische Produkte wie Flohsamenschalen. Ein weiteres Mittel ist Laktulose-Sirup. Laktulose wird vom Dünndarm nicht aufgenommen und gelangt daher zusammen mit gebundenem Wasser in den Dickdarm und macht so den Stuhl weicher. Ballaststoffe und Lactulose haben den Nachteil, zu vermehrten Blähungen zu führen. In jüngerer Zeit werden häufiger Produkte mit dem Inhaltsstoff Macrogol eingesetzt. Macrogol führt auch zu einer Vergrößerung des Stuhlvolumens und weicherem Stuhl, verursacht jedoch weniger Blähungen.

Falls die Erhöhung des Stuhlvolumens und die Erweichung des Stuhles nicht ausreichen, müssen Mittel eingesetzt werden, die die Darmtätigkeit stimulieren. Dazu zählen Präparate mit den Inhaltsstoffen Natriumpicosulfat, Bisacodyl oder Extrakte aus Sennes-Früchten. Prinzipiell sollten zunächst Mittel eingesetzt werden, die das Stuhlvolumen vergrößern und den Stuhlgang weicher machen und erst, falls dies nicht ausreicht Mittel, welche die Darmtätigkeit anregen.

Kategorie: Darm
Ich habe in letzter Zeit beim Stuhlgang immer wieder Blut bemerkt. Was bedeutet das?

Blut im Stuhl ist prinzipiell immer ein Hinweis auf eine Erkrankung. In den meisten Fällen handelt es sich um harmlose Blutungen aus dem After, zum Beispiel aus einem kleinen Schleimhauteinriss oder aus Hämorrhoiden. Diese Blutungen sind dadurch charakterisiert, dass meist nach dem Stuhlgang geringe Mengen hellen Blutes beobachtet werden, der Stuhl selbst aber nicht mit Blut vermischt ist. Helles Blut im Stuhl kann jedoch auch Hinweis auf einen Enddarmkrebs oder einen Krebs im Bereich des Afters sein. Blutungen, die aus höheren Abschnitten des Darms stammen, zum Beispiel aus einem Divertikel im S-Darm oder aus Geschwüren, führen meist zur Durchmischung des Stuhls mit Blut. Blutungen, die aus noch höheren Abschnitten des Magen-Darm-Traktes stammen, sind meist durch dunkleres Blut charakterisiert, allerdings kann auch in diesen Fällen helles Blut auftreten, falls die Blutung massiv ist. Grundsätzlich gilt, dass bei Auftreten von Blut im Stuhl immer eine ärztliche Abklärung erfolgen muss, um eine „harmlose“ Ursache, zum Beispiel Hämorrhoiden, von einer ernsten lebensbedrohlichen Erkrankung, zum Beispiel einem Darmkrebs, zu unterscheiden.

Kategorie: Darm
Kann man merken, dass man Darmkrebs hat?

Der Darmkrebs entsteht in den allermeisten Fällen im Dickdarm. Er entwickelt sich langsam und führt erst im fortgeschrittenen Stadium zu Beschwerden (Symptomen). Daher haben Patienten, die mit Beschwerden zum Arzt kommen, meist schon ein fortgeschrittenes Tumorstadium und können viel seltener geheilt werden als Patienten, bei denen der Darmkrebs durch eine Vorsorgeuntersuchung festgestellt wurde.

Häufiges Symptom eines Darmkrebses ist Blut im Stuhl. Dieses Blut fällt meist nicht mit dem bloßen Auge auf, sondern kann nur durch Tests auf verstecktes Blut im Stuhl nachgewiesen werden. Chronische Blutverluste aus einem Darmkrebs können zur Blutarmut („Anämie“) mit Schwäche und Blässe führen. Falls der Darmkrebs in umgebendes Gewebe einwächst, kann er zu Schmerzen führen. Falls durch den Darmkrebs das Darminnere verschlossen wird und der Stuhlgang nicht mehr passieren kann, kommt es zum lebensbedrohlichen Darmverschluss („Ileus“), der mit starken Bauchschmerzen und einem aufgetriebenen Leib sowie Übelkeit und Erbrechen einhergeht.

Da der Darmkrebs, wie oben ausgeführt, erst im fortgeschrittenen Stadium zu Beschwerden führt, sind Vorsorgeuntersuchungen etabliert. Die beste Vorsorgeuntersuchung ist die Darmspiegelung. Diese wird von den Krankenkassen ab dem 55. Lebensjahr erstattet. Risikopersonen, zum Beispiel Personen mit nahen Verwandten mit Darmkrebs oder Personen mit bestimmten Darmerkrankungen sollten allerdings schon früher zur Vorsorgespiegelung kommen. Über die Details kann Sie Ihr Arzt informieren. Neben der Darmspiegelung gibt es auch verschiedene Tests auf verstecktes Blut im Stuhl, Tumormarker im Stuhl oder Blutmarker, die Hinweise auf einen Darmkrebs geben können. Die Empfindlichkeit aller dieser indirekten Tests ist allerdings nicht so gut wie die der Darmspiegelung.

Kategorie: Darm
Was ist eine Leberzirrhose?

Als Leberzirrhose bezeichnet man einen narbigen Umbau der Leber. Viele Lebererkrankungen können die Leber so schädigen, dass eine Leberzirrhose auftritt. Häufige Erkrankungen, die - wenn sie nicht ausreichend behandelt werden - zu einer Leberzirrhose führen können, sind unter anderem die Virushepatitis B und C, langfristiger, schädlicher Alkoholkonsum sowie Fettleibigkeit und Diabetes mellitus. Daneben gibt es noch eine Reihe seltener Lebererkrankungen, beispielsweise Autoimmunkrankheiten und angeborene Stoffwechselstörungen. Durch diese Erkrankungen geht funktionierendes Lebergewebe verloren und wird durch Narbengewebe ersetzt. Eine Leberzirrhose kann sich nicht mehr zurückbilden. Durch den Verlust funktionierenden Lebergewebes kann die Leber häufig ihren Aufgaben im Stoffwechsel nicht mehr voll nachkommen. Leistungsminderung, Gewichtsverlust, Konzentrationsstörungen und Infektanfälligkeit sind unter anderem die Folge. Darüber hinaus können sich Bauchwassersucht (Aszites), Nierenversagen und Krampfadern der Speiseröhre und des Magens ausbilden, die ein lebensbedrohliches Blutungsrisiko bergen. Patienten mit Leberzirrhose haben außerdem ein hohes Risiko an Leberkrebs zu erkranken.

Kategorie: Leber
Wie merke ich, dass ich eine Lebererkrankung habe?

Lebererkrankungen können lange Zeit ohne das Auftreten spezieller Symptome verlaufen. Häufig liegen eher allgemeine Beschwerden vor, so zum Beispiel Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Antriebsarmut und körperliche und geistige Leistungsminderung. Viele Patienten mit chronischen Lebererkrankungen berichten des Weiteren über Völlegefühl, Appetitlosigkeit und ein Druckgefühl im rechten Oberbauch. Warnzeichen und mögliche Hinweise auf eine schwerere Leberschädigung, welche Sie zum Arzt führen sollten, sind das Auftreten von Gelbsucht (Ikterus) mit Gelbfärbung der weißen Augenhaut und der Haut - besonders wenn die Gelbsucht mit Fieber und Bauchschmerzen einhergeht. Weitere Alarmsymptome sind das Auftreten von Wassereinlagerungen in Bauch und Beinen, was sich zum Beispiel durch schnelle Zunahme des Bauchumfanges sowie geschwollene Unterschenkel bemerkbar macht, sowie starker, nicht beabsichtigter Gewichtsverlust. Ihr Arzt wird Sie zu Ihren Symptomen sowie möglicherweise vorliegenden Risikofaktoren für Lebererkrankungen befragen und eine körperliche Untersuchung durchführen. Hierbei wird er unter anderem auf speziellere Hinweise einer möglichen Lebererkrankung achten, wie verteilte Spinnen-Nävi der Haut oder sichtbare Krampfadern der Bauchwand. Außerdem wird Ihr Arzt eine Blutabnahme mit Kontrolle der Leberwerte durchführen. Fallen hierbei Normabweichungen auf, so ist gegebenenfalls durch Einsatz zusätzlicher Untersuchungen (unter anderem Virusdiagnostik aus dem Blut, Ultraschall, Probeentnahme aus der Leber) die Ursache weiter einzugrenzen.

Kategorie: Leber
Ich bin an Leberzirrhose erkrankt. Was gilt es zu beachten?

Mit der Diagnose Leberzirrhose sollten Sie sich unbedingt in kontinuierlicher ärztlicher Betreuung und Behandlung befinden. Ihr Arzt sollte Sie ausführlich über Hintergründe, Risiken und Lebensführung mit der Erkrankung aufklären. Es gibt keine Medikamente, die den narbigen Umbau der Leber wieder umkehren können. Dennoch sollte die Erkrankung, die bei Ihnen zum Auftreten der Leberzirrhose geführt hat, wenn möglich umfassend behandelt werden. Falls beispielsweise eine Fettleibigkeit mit Diabetes mellitus bei Ihnen zu einer Leberzirrhose geführt hat, so sollten Anstrengungen zur Gewichtsabnahme wie Ernährungsberatung und -umstellung, regelmäßige sportliche Aktivität und gute medikamentöse Einstellung des Diabetes im Mittelpunkt der Behandlung stehen. Jeder Patient mit Leberzirrhose sollte weitere Leberschädigungen meiden und verhindern. Deshalb sollten Sie ausreichend gegen Hepatitis A und B geimpft sein. Auf das Trinken von Alkohol, auch in kleinen Mengen, sowie Zigarettenrauchen muss unbedingt verzichtet werden. Sie sollten mit Ihrem Arzt besprechen, welche Medikamente, insbesondere auch freiverkäufliche Präparate und homöopathische und alternative Heilmittel, Sie einnehmen können und welche Sie meiden sollten. Von besonderer Wichtigkeit ist eine ausreichende und gesunde Ernährung sowie regelmäßige körperliche Aktivität.

Kategorie: Leber
Ich bin an Leberzirrhose erkrankt. Worauf sollte ich bei meiner Ernährung achten?

Eine richtige und ausreichende Ernährung ist für den Patienten mit Leberzirrhose von ganz besonderer Wichtigkeit. Eine Leberzirrhose ist sehr häufig vergesellschaftet mit dem Verlust von Körpermuskelmasse und einem erhöhten Abbau von Körpereiweiß. Mangelernährung und der Verlust von Muskeln und Körpereiweiß gehen mit einem schwereren Krankheitsverlauf und schlechterer Lebensqualität einher. Ihr Arzt kann mit Ihnen über die Grundsätze der Ernährung bei Leberzirrhose sprechen oder Sie einer professionellen Ernährungsberatung zuweisen. Im Grundsatz sollte Ihre Ernährung ausgewogen und abwechslungsreich sein, reich an Gemüse und Obst und arm an Fertigprodukten und Süßigkeiten. Außerdem sollte auf eine ausreichende Eiweißzufuhr von 1,2-1,5 g Protein/Tag geachtet werden (entsprechend etwa 90-120 g/Tag für eine 75 kg schwere Person). Darüber hinaus sollten Sie darauf achten, nicht zu viel Kochsalz zu sich zu nehmen, insbesondere wenn es bei Ihnen schon einmal zur Bildung von Bauchwasser (Aszites) oder geschwollenen Beinen (Ödemen) gekommen ist.

Alkohol dürfen Sie natürlich gar nicht trinken – auch nicht in kleinen Mengen!</p

Kategorie: Leber
Ich bin an Leberzirrhose erkrankt. Welche Medikamente sollte ich für meine Lebererkrankung erhalten?

Eine Leberzirrhose kann durch Medikamente nicht geheilt werden. Es gibt einige Medikamente, die eingesetzt werden, um Komplikationen der Leberzirrhose zu vermeiden bzw. zu behandeln. Werden diese Medikamente bei Ihnen verordnet, so sind regelmäßige ärztliche Kontrollen auf Therapieerfolg und mögliche Nebenwirkungen sowie strikte Einhaltung der Verordnungsvorschriften unbedingt notwendig:

Jeder Patient mit Leberzirrhose sollte idealerweise 3-mal täglich Stuhlgang haben, wobei sich die Einnahme von Lactulose bewährt hat, um diese Anzahl zu erzielen.

Ist es bei Ihnen zum Auftreten von Aszites oder Ödemen gekommen, so werden Sie eine Therapie mit harntreibenden Medikamenten, sogenannten Diuretika, erhalten. Gegebenenfalls empfiehlt Ihr Arzt eine Dauerbehandlung mit speziellen Antibiotika zur Prophylaxe einer Infektion des Bauchwassers mit Darmkeimen.

Falls bei ihnen Krampfadern der Speiseröhre oder des Magens festgestellt wurden, kann eine Therapie mit den Betablockern Propranolol oder Carvedilol sinnvoll sein.

Bei Symptomen der sogenannten hepatischen Enzephalopathie (z. B. Konzentrationsstöungen, Müdigkeit, Verwirrtheit) können Lactulose und das allein im Darm wirkende Antibiotikum Rivaximin verordnet werden.

Dies ist nur eine Auswahl der in Frage kommenden Medikamente. Nicht jeder Patient benötigt alle diese Therapien, und umgekehrt kann es, je nach zugrunde liegender Erkrankung, erforderlich sein, weitere Medikamente einzunehmen, um das Fortschreiten der Leberschädigung aufzuhalten.

Sie sollten zu jedem Arztbesuch Ihren Impfausweis mitbringen und Ihr Arzt sollte darauf achten, dass Sie umfassend gemäß den aktuellen STIKO-Impfempfehlungen des Robert-Koch-Instituts geimpft sind. Hierzu gehören besonders Impfungen und Auffrischimpfungen gegen Hepatitis A und B, die saisonale Grippeschutzimpfung und Impfungen gegen Pneumokokken, Pertussis, Masern/Mumps/Röteln, Diphterie und Tetanus.

Kategorie: Leber
Ich bin an Leberzirrhose erkrankt. Welche Untersuchungen sollte ich regelmäßig durchführen lassen?

Als Patient mit Leberzirrhose sollten Sie sich in enger Betreuung durch Ihren Hausarzt sowie darüber hinaus in Anbindung an einen Gastroenterologen/Hepatologen oder ein Klinikum bzw. Leberzentrum mit spezieller Leberambulanz befinden. Alle 3-6 Monate sollten Sie von Ihrem behandelnden Hausarzt gesehen und auf mögliche Komplikationen Ihrer Leberzirrhose wie Bauchwassersucht (Aszites), Gewichtsverlust und Mangelernährung oder Begleit- und Folgeerkrankungen wie Osteoporose, Diabetes mellitus oder Depression hin untersucht werden. Alle 6 Monate sollte eine Ultraschalluntersuchung Ihrer Leber durchgeführt werden, um eine mögliche Entwicklung von Leberkrebs frühzeitig zu erkennen. Sie sollten alle 12-24 Monate eine Magenspiegelung erhalten, um nach Krampfadern von Speiseröhre und Magen zu fahnden und diese ggfs. durch Gummiband-Ligaturbehandlung oder Unterspritzung zu therapieren. Idealerweise sollten Sie selbst ein Patienten-Tagebuch führen, in welchem Sie regelmäßig Ihr Gewicht sowie Herzfrequenz und Blutdruck vermerken.

Kategorie: Leber
Ich leide an Sodbrennen und habe einen kleinen Zwerchfellbruch. Mit Säureblockern konnten die Beschwerden gut gelindert werden. Nach dem Absetzen setzen die Beschwerden wieder ein. Warum wirken die Medikamente nicht nachhaltig?

Sie leiden offensichtlich an einer sogenannten gastroösophagealen Refluxerkrankung. Dabei kommt es zu einem Übertritt von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre. Beim Gesunden verhindert ein Verschlussapparat am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen diesen Übertritt von Magensäure in die Speiseröhre. Die von Ihnen genannten Säureblocker (Protonenpumpeninhibitoren, wie z.B. Omeprazol, Pantoprazol, Esomeprazol, oder H2-Blocker, wie z.B. Ranitidin) hemmen die Produktion von Magensäure und lindern damit die Beschwerden. Allerdings kommt es kurze Zeit nach Absetzen der Medikamente wieder zu einer Zunahme der Säuresekretion. Entsprechend treten die Beschwerden wieder auf. In dieser Situation ist eine langfristige medikamentöse Behandlung gerechtfertigt.

Kategorie: Speiseröhre/Magen
Ich nehme zur Behandlung meiner Refluxerkrankung Säureblocker, die gut helfen. Sind diese Medikamente schädlich, wenn man sie langfristig einnimmt?

Säureblocker (sogenannte Protonenpumpeninhibitoren, kurz: PPI) sind Medikamente, die millionenfach eingesetzt werden. Sie können als sehr sicher eingestuft werden. Dennoch sollte, wie bei allen Medikamenten, eine strikte Nutzen-Risiken-Abwägung vorgenommen werden. Dadurch, dass Millionen Menschen jeden Tag Protonenpumpeninhibitoren erhalten, wissen wir, dass PPI extrem gut verträglich sind und nur sehr selten Nebenwirkungen auftreten. Aufgrund der breiten Anwendung wurden aber auch unerwünschte Effekte beobachtet.

Besonders bei Schwangeren und Stillenden sollen PPI nicht oder nur nach besonderer Abwägung von Nutzen und Risiken angewendet werden. Bei Patienten mit schweren Leber- bzw. Nierenfunktionsstörungen ist eine Dosisanpassung zu erwägen. Bei langjähriger, hochdosierter PPI-Therapie scheint das Risiko für Schenkelhalsfrakturen erhöht zu sein. Ein weiteres wichtiges Thema sind Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. In Kombinationsgabe mit Clopidogrel bei akutem Koronarsyndrom könnte die Wirksamkeit des Clopidogrel vermindert sein. Weiterhin scheint eine dauerhafte starke Anhebung des Magen-pH-Wertes gastrointestinale Infektionen zu begünstigen. Sehr selten wurden auch Nierenschädigungen und eine Eisen- und Vitamin B12-Mangelsituation beobachtet. Dies ändert aber nichts an der Einschätzung, dass PPI insgesamt nur als sehr sicher bezeichnet werden können.

Kategorie: Speiseröhre/Magen
Ich leide an Sodbrennen und die Medikamente wirken sehr gut. Kann ich durch Diät und andere Maßnahmen meine Refluxerkrankung bessern?

Eine Reihe von Nahrungsmitteln können Refluxsymptome auslösen oder verschlimmern. Dazu zählen fettreiche Mahlzeiten, Kaffee, Weißwein und Zitrusfrüchte. Daneben ist Übergewicht ein Risikofaktor für die sogenannte Refluxerkrankung. Insofern besteht die allgemeine Empfehlung einer ausgewogenen, kalorienreduzierten Ernährung. Manche Patienten haben auch starke nächtliche Beschwerden. Dann ist es natürlich sinnvoll, die abendliche Mahlzeit zu reduzieren oder möglichst vorzuziehen. Gelegentlich hilft auch, wenn man das Kopfende des Bettes etwas hochstellt und mit leicht erhöhtem Kopfende schläft.

Kategorie: Speiseröhre/Magen
Mein Arzt hat mir geraten, den Protonenpumpeninhibitor morgens zum Frühstück zu nehmen. Gibt es dafür einen Grund?

Protonenpumpeninhibitoren blockieren, wie der Name bereits sagt, die sogenannte Protonenpumpe. Diese Protonenpumpe befördert die Säure in den Magen. In diesem Zusammenhang ist interessant, dass ein Protonenpumpeninhibitor die Protonenpumpe anhaltend blockiert. Allerdings können nur aktive Protonenpumpen dauerhaft blockiert werden. Wenn ein Patient eine Mahlzeit zu sich nimmt, stimuliert dies über verschiedene Mechanismen (vagal, Freisetzung von Histamin oder Gastrin) die Säuresekretion. Die so stimulierten Protonenpumpen können dann durch das Medikament anhaltend blockiert werden. Ohne vorherige Stimulation der Säuresekretion ist die Wirkung dieser Medikamente deutlich geringer. Im Idealfall wird das Medikament 30 Minuten vor einer Mahlzeit genommen, sodass der Wirkstoff bereits zumindest teilweise resorbiert ist, wenn die Säure durch die Mahlzeit stimuliert wird. Wenn das Medikament genommen wird und danach keine Mahlzeit eingenommen wird, ist die Wirkung deutlich abgeschwächt. Insofern macht es Sinn, die sogenannten Protonenpumpenhemmer zum – oder besser – vor dem Frühstück zu nehmen. 

Kategorie: Speiseröhre/Magen

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