Magen-Darm-Tag 2022

„Gibt es nicht auch etwas Pflanzliches?“ – Naturheilkunde, Komplementärmedizin und integrative Medizin in der Gastroenterologie

Das Ganze kann mehr sein als die Summe seiner Bestandteile. Diese Weisheit von Aristoteles gilt auch für die Behandlung von chronischen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts.

Schulmedizinische Therapieansätze, traditionelle Herangehensweisen und die naturheilkundliche Medizin können sich hier nicht nur sinnvoll ergänzen, sondern auch in ihrer Wirkung verstärken. Von zentraler Bedeutung ist die Aktivierung der Selbstwirksamkeit des Patienten. Diese kann entscheidend zu einer Verbesserung der Symptomkontrolle und der Lebensqualität beitragen.

Im Rahmen des Magen-Darm-Tages 2022 informiert die Gastro-Liga am 5. November auf bundesweit stattfindenden Veranstaltungen, in Webinaren und in Telefonhotlines über den möglichen Einsatz pflanzlicher Präparate bei gastroenterologischen Erkrankungen sowie über ganzheitliche Therapieansätze der Naturheilkunde und der Komplementärmedizin.

Was ist eigentlich integrative Medizin?

Die integrative Medizin ist ein wissenschaftsbasiertes Konzept, das die Komplementärmedizin und die Schulmedizin zu einem sinnvollen Gesamtkonzept verbindet. Der Begriff Komplementärmedizin schließt dabei alle Diagnose- oder Therapieverfahren ein, die in Kombination mit oder als Ergänzung zu der konventionellen Medizin eingesetzt werden. Dazu gehören unter anderem naturheilkundliche Verfahren und ganzheitliche Medizinsysteme.

Im Gegensatz zur integrativen Medizin steht die Alternativmedizin. Diese möchte schulmedizinische Verfahren nicht ergänzen, sondern vollständig ersetzen, was als unseriös zu bewerten ist.

Ganzheitliche Therapieansätze in der Gastroenterologie

Bei der Behandlung chronischer Magen-Darm-Erkrankungen steht häufig nicht die Heilung der Erkrankung im Mittelpunkt, sondern die Symptomkontrolle und die Verbesserung der Lebensqualität. Daher ist es wichtig, nicht nur einzelne Organe, einzelne Teile des Körpers oder einzelne Beschwerden zu betrachten, sondern den Menschen als Ganzes.

Neben der Naturheilkunde mit der Ordnungstherapie oder Mind-Body-Medizin zählen beispielsweise außerdem zu den ganzheitlichen Medizinsystemen:

  • die anthroposophische Medizin,
  • die ayurvedische Medizin,
  • die japanische Kampo-Medizin und
  • die traditionelle chinesische Medizin

Das Ziel der ganzheitlichen Therapie ist es, salutogenetische Impulse zu senden, die Körper, Geist und Psyche wieder in ein gesundes Gleichgewicht bringen. Die verschiedenen Konzepte beinhalten beispielsweise Bewegungselemente, Entspannungsmethoden, die Anwendung von Arzneipflanzen, Spiritualität und die Aktivierung von Selbstheilungskräften.

Die Anregung der Selbstheilungskräfte in der Naturheilkunde

Die europäische Naturheilkunde umfasst ein ganzheitliches salutogenetisches Medizinsystem und zielt darauf ab, die Ressourcen und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Sie beruht auf den klassischen 5 Säulen der Naturheilkunde. Für die klassische Reiz-Reaktionstherapie nutzt sie viele der in der Natur vorkommenden Elemente und Reize, wie beispielsweise Wasser, Licht, Luft, Wärme, Kälte oder der Anwendung von Naturstoffen (wie z.B. Heilerde). Die Therapiesäule Bewegung spielt auch in Form von meditativen Bewegungsformen eine wesentliche Rolle. Weitere Säule der naturheilkundlichen Medizin ist die Ernährungstherapie, die nicht zuletzt aufgrund der modernen Mikrobiomforschung zunehmend den ihr gebührenden Platz in der Therapie chronischer Magen-Darmerkrankungen zurückerobert. Ergänzt wird sie durch die mikrobiologische Therapie mit Probiotika, Präbiotika und Symbiotika zur Verbesserung der Funktionsfähigkeit des Darmmikrobioms, die in der Naturheilkunde eine lange Tradition haben. Besondere Bedeutung kommt der naturheilkundliche Ordnungstherapie zu, in Angloamerika mit der Mind-Body Medizin vergleichbar, mit dem Schwerpunkt auf Stressmanagement und Lebensstilmodifikation.

Phytotherapeutische Behandlungsoptionen

Die fünfte Säule der Naturheilkunde umfasst die therapeutische Verwendung von Pflanzen oder Pflanzenteilen sowie von deren Zubereitungen und wird als Phytotherapie bezeichnet. Die Phytotherapeutika (bzw. Phytopharmaka) sind dabei – anders als chemisch hergestellte Medikamente – Vielstoffgemische.

Die wissenschaftliche Studienlage zur Wirksamkeit ist uneinheitlich, an vielen Stellen aber vielversprechend. So wird die Anwendung ausgewählter Phytotherapeutika inzwischen auch in den medizinischen Leitlinien zur Behandlung gastroenterologischer Erkrankungen empfohlen. Beispielsweise können Berberin und Pfefferminzöl bei funktionellen Magen-Darm-Störungen, wie dem Reizdarmsyndrom, nachweislich symptomlindernd wirken. Und auch bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und der gastroösophagealen Refluxkrankheit stehen Phytotherapeutika mit erwiesener Wirksamkeit zur Verfügung.

Der Magen-Darm-Tag 2022

Möchten Sie mehr über den Themenbereich „Naturheilkunde, Komplementärmedizin und integrative Medizin“ in der Gastroenterologie wissen? Am 5. November richtet die Gastro-Liga e. V. in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Phytotherapie (GPT) e. V. und der Deutschen Gesellschaft für Naturheilkunde (DGNHK) e. V. den Magen-Darm-Tag 2022 aus. Hier können Betroffene, Angehörige und Interessierte bei Informationsveranstaltungen und Webinaren viel Wissenswertes über das Thema erfahren.

Der Besuch der Veranstaltungen und Webinare ist kostenfrei.

Im Zentrum der Veranstaltungen stehen folgende drei Themenkomplexe:

  1. Klassische Naturheilkunde und Integrative Medizin
  2. Ganzheitliche Medizinsysteme
  3. Schwerpunkt Phytotherapie bei ausgewählten gastroenterologischen Krankheitsbildern

Ergänzend zu den Veranstaltungen werden an vielen Orten telefonische Hotlines angeboten, über die medizinische Experten zu Erkrankungsbildern und deren Therapiemöglichkeiten befragt werden können.

Hier finden Sie alle Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen und zu den telefonischen Hotlines.

Webinar: LIVE-Stream mit LIVE-Chat
6.12.2022, 18:00 - 20:00 Uhr, Link folgt.

Magen-Darm-Tag 2022

Mit freundlicher Unterstützung durch

Immundiagnostik AG, Bensheim
Preventis GmbH, Bensheim
Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Repha GmbH Biologische Arzneimittel, Langenhagen
Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co. KG, Karlsruhe
Salus Haus Dr. med. Otto Greither Nachf. GmbH & Co. KG, Bruckmühl
Celltrion Healthcare Deutschland GmbH, Bad Homburg v. d. H.
nutrimmun GmbH, Münster

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Kontakt

Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e.V.

Friedrich-List-Straße 13
D-35398 Gießen

Telefon: +49 (0)641 97 48-10
Telefax: +49 (0)641 97 48-118
E-Mail: geschaeftsstelle(at)gastro-liga.de

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