Aktionstag Chronisch entzündliche Darmerkrankungen 2022

CED und Darmmikrobiom – wer beeinflusst wen in dieser außergewöhnlichen Wohngemeinschaft?

Wussten Sie, dass Sie bis zu zwei Kilogramm Bakterien und andere Mikroorganismen in Ihrem Darm durch die Gegend tragen? Und dass unser Darm etwa 300 unterschiedliche Bakterienarten beherbergt? Doch das ist kein Grund zur Sorge. Ganz im Gegenteil, das Mikrobiom unterstützt seinen Wirt, also uns, in vielfältiger Art und Weise. Ist das Mikrobiom in der Menge reduziert und weniger vielfältig wird es unter anderem sowohl mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) als auch mit Allergien, Adipositas, Diabetes und sogar neurologischen Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Anlässlich des „World Inflammatory Bowel Disease Day“ am 19. Mai 2022 veranstaltet die Gastro-Liga den bundesweiten Aktionstag „Chronisch entzündliche Darmerkrankungen“. Im Fokus steht in diesem Jahr der Einfluss des Darmmikrobioms auf die Entstehung, den Verlauf und die Prognose von CED. Rund um dieses Datum bietet die Gastro-Liga bundesweit Veranstaltungen und telefonische Expertenhotlines für Interessierte an.

Leben mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Weltweit erkranken immer mehr Menschen an CED. Allein in Deutschland leben über 400.000 Betroffene. Die häufigsten CED-Vertreter sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Bei diesen Krankheitsbildern sind verschiedene Abschnitte des Magen-Darm-Traktes entzündet. Typische Symptome sind Bauchschmerzen, Gewichtsverlust und blutige Durchfälle.

Durch die Entzündungen kann es im Darm zu strukturellen Veränderungen kommen. Diese können zu einer eingeschränkten Funktionsfähigkeit oder sogar zu einem Funktionsverlust des Darms und zu Gewebeneubildungen (Neoplasien) im Darm führen.n.

Entstehung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen

Die Ursachen von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind vielfältig und noch nicht abschließend geklärt. Als bedeutende Einflussfaktoren wurden eine genetische Veranlagung, die Ernährung, Umweltfaktoren, das Immunsystem sowie das Darmmikrobiom identifiziert.

Viele CED-Patienten haben eine veränderte Darmflora. Verglichen mit gesunden Personen ist ihr Mikrobiom in der Menge reduziert und weniger vielfältig. Außerdem ist die Zahl bestimmter, ungünstiger Mikroorganismen erhöht. Das führt dazu, dass die natürliche Barrierefunktion der Darmwand gestört ist und Bakterien sowie andere Krankheitserreger leichter eindringen können. Der Körper reagiert darauf mit einer Abwehrreaktion, die wiederum eine Entzündungsreaktion hervorruft. Zum Erreichen einer Remission, also einer entzündungsfreien Phase, muss dieses schädliche Wechselspiel zwischen Darmmikrobiom und Immunsystem unterbrochen werden.

Lebensstil und Ernährung beeinflussen das Mikrobiom

Ein Zusammenhang zwischen einem westlichen Lebensstil und einer Zunahme von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wird schon lange beobachtet. Die Ernährung enthält hierzulande viel gesättigte Fettsäuren, rotes Fleisch und Kohlenhydrate und nur wenig Fasern aus pflanzlichen Nahrungsmitteln wie Gemüse oder Vollkorngetreide. Auch Antibiotika, Umweltverschmutzung und ein erhöhter Hygienestandard haben einen ungünstigen Einfluss auf die Darmgesundheit und auf die im Darm lebenden Mikroorganismen.

Umgekehrt haben gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, der Verzicht auf Zigaretten, ein gutes Stressmanagement und ausreichend Schlaf einen günstigen Einfluss auf den Krankheitsverlauf von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

Wege zu einem gesunden Darmmikrobiom

Je vielfältiger das Mikrobiom zusammengesetzt ist, desto stabiler und widerstandsfähiger ist es gegenüber Störungen. Die gezielte Beeinflussung des Darmmikrobioms zur CED-Therapie steckt jedoch noch in den Kinderschuhen.

Es gibt noch keine wissenschaftlich anerkannte Diät, die bei CEDs eingehalten werden sollte. Und auch der therapeutische Einsatz von Probiotika (lebensfähigen Mikroorganismen), von Präbiotika (Stoffen, die die Aktivität der Darmbakterien fördern) oder von Synbiotika (die Kombination aus Pro- und Präbiotika) hat bei Betroffenen noch nicht die erhofften Erfolge erzielt. Gegenstand der Forschung ist aktuell der fäkale Mikrobiomtransfer (FMT, auch „Stuhltransplantation“). Hierbei wird CED-Patienten entweder per Kapseln oder endoskopisch der Stuhl von gesunden Personen übertragen. Es gibt einige Studien, die mit dieser Methode Erfolge erzielen konnten – insbesondere bei Patienten mit Colitis ulcerosa. Die besten Remissionsraten wurden bei Patienten beobachtet, die nach der FMT eine große mikrobiotische Diversität aufwiesen.

CED und Darmmikrobiom – wer beeinflusst wen in dieser außergewöhnlichen Wohngemeinschaft?
Webinar zum Aktionstag CED 2022, 30.05.2022

Aktionstag „Chronisch entzündliche Darmerkrankungen 2022“

Mit dem Ziel, über das Wechselspiel zwischen Darmmikrobiom und CED-Krankheitsverlauf zu informieren und über mögliche neue Therapieoptionen bei CED zu diskutieren, veranstaltet die Gastro-Liga anlässlich des „World Inflammatory Bowel Disease Day“ am 19. Mai 2022 ihren Aktionstag „Chronisch entzündliche Darmerkrankungen 2022“. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto „CED und Darmmikrobiom – wer beeinflusst wen in dieser außergewöhnlichen Wohngemeinschaft?“. Rund um diesen Tag gibt es für alle Interessierten die Möglichkeit, bundesweit Webinare oder Informationsveranstaltungen mit Vorträgen zu besuchen. Hier können sich Betroffene und deren Angehörige informieren und mit anderen Veranstaltungsteilnehmern über Erfahrungen austauschen.

Hier finden Sie alle Termine und Veranstaltungsorte im Überblick.

Zusätzlich bietet die Gastro-Liga telefonische Expertenhotlines an. Dabei erhalten Sie von medizinischen Fachleuten gezielte Antworten auf Ihre Fragen zum Thema chronisch entzündliche Darmerkrankungen.

Weitere Informationen zu den Terminen und Rufnummern der Expertenhotlines finden Sie hier.

Viele Informationen zu Morbus Crohn und Colitis ulcerosa finden Sie auch in den
Broschüren für Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, die in Zusammenarbeit mit Fachärzten von der Gastro-Liga herausgegeben werden:

Aktionstag Chronisch entzündliche Darmerkrankungen 2022

Mit freundlicher Unterstützung von

Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Janssen-Cilag GmbH
Takeda Pharma Vertrieb GmbH & Co. KG
Dr. Falk Pharma GmbH
Mylan Germany GmbH (A Viatris Company)
AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG

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Kontakt

Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e.V.

Friedrich-List-Straße 13
D-35398 Gießen

Telefon: +49 (0)641 97 48-10
Telefax: +49 (0)641 97 48-118
E-Mail: geschaeftsstelle(at)gastro-liga.de

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